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  • Alles Neu – Gravitation

    alles was ist, wurde erschaffen, alles hat einen Anteil an Wahrheit. Wir sehen alles durch eine Brille, doch nehmen wir uns Zeit diese Brille abzulegen, sie reinigen zu lassen oder geben wir uns mit den Gegebenheiten des Lebens zufrieden, sei es durch Resignation, Gleichgültigkeit? Wie kann ich das, was ich sehe, interpretieren, wenn ich durch eine  ungereinigte Brille sehe. Aspekte des Lebens scheinen diffus, unklar, gar furchteinflössend, durch die die Fettablagerungen gar gloriosa und wie lasse ich diese Interpretationen in mein Leben einwirken, mit dem Abdruck meiner Vergangenheit, meiner Verletzungen, meines Stolzes, meines eingetrichterten Dogmas. Was uns am meisten verwirrt, sind nicht die Lügen, die wir scheinbar durch die verschmutzte Brille sehen müssen, sondern die Halbwahrheiten, einiges stimmt, anderes wir zu fokussiert angeschaut. Wir können uns selbst nichts schön-, aber auch nicht verdammtreden und wer stoppt diesen Wahnsinn, des sich selbst suchen, verlieren, reflektieren, wäre es nicht besser diese Brille auszuziehen, weil wir sie nie reinigen können und es niemand kann, dann wären wir blind, ja, dann gäbe es kein Wunschdenken mehr, sondern nur noch Kapitulation, wir benötigen Gottes Augensalbe, die uns geschenkt wird, wenn wir einsehen, dass wir nichts sehen, dass wir verloren sind, wir den Weg, das Leben und die Wahrheit verloren haben, dann werden wir auf uns selbst geworfen, es geht um unsere Augen, nicht um die Augen der anderen, es geht um meinen Balken, nicht um dem Balken im Auge des anderen, ich muss beginnen, meine Maske auszuziehen und mich zu sehen, wer ich bin. Dann brauche ich ihn, nicht seine Wunder, nicht seine Zeichen, sondern ihn, ich brauche ihn, ich brauche seine Nähe, ihn. Ich brauche das Augenlicht nicht wegen mir, nein, wegen ihm, um ihn zu sehen und mit ihm ewig zu sein. Ich trachte nach ihm, alles andere wird mir zufallen, göttliche Gravitation.

    a person cleaning eyeglasses
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  • George MacDonald

    Wer in den Büchern von C.S. Lewis liest stolpert ab und an immer wieder über den Schriftsteller und Theologen George MacDonald. C.S. Lewis hat ihn seinen geistlichen Mentor genannt. Doch was kann ein Schriftsteller aus dem 19. Jahrhundert, würde er sich nicht in den Reihen alter Philosophen wie König David, Salomo einreihen, eine leichte Brise längst vergangener und nicht mehr relevanter Zeit? Ein Mann mit langen Haaren, mit langem Bart (wie William Booth, Gründer der Heilsarmee, welches Bild ich jeweils in meiner Kinderzeit lange in der Küche der Gemeinde in Bern angeschaut habe, eindrücklich, auch etwas bedrückend, jedoch nie leicht, immer eine gewisse Schwere). Sollte George MacDonald nicht auch der uralte Zuchtmeister sein, der einem mit alten, weisen Worten und mit der Peitsche der Zucht schlussendlich massregelt. Doch das konnte ich mir nach dem Lesen der Bücher von C.S. Lewis kaum vorstellen, vielleicht ein komplexer Formulierer höchst theologischer Bücher, welche nur noch im Ansatz verständllich für den Laien, speziell den Laien im 21. Jahrhundert sein könnte. So machte ich mich 2022 auf einige Märchen zu kaufen, dies als Alternative der bereits gelesenen Narnia-Büchern und um meiner Tochter, meiner Frau und mir in Form von Fabeln einen neuen Zugang zu unserem Herrgott zu vermitteln. So begannen wir im Frühjahr 2022 mit dem ersten Buch „Die Prinzessin und der Kobold“, wie auch deren Nachfolgewerk „die Prinzessin und Curdie“. Gefolgt von „Hinter dem Nordwind“. Eine wirklich andere Erzählart aus einer anderen Zeitepoche, das stimmte wohl, doch das vermittelte glich der Erfahrung Moses, als er bat Gott zu sehen und nur seinen säuselnden Wind spürte. So erging es mir beim (Vor)-lesen der Bücher. Ein Säuseln, ein leichtes Aufwirbeln des Geistes Gottes in meiner Seele, es führte in eine tiefe Ruhe, es machte mich sprachlos. Ich wollte mehr von diesem Schriftsteller wissen, was er glaubte über Gott. So las ich seine nicht gehaltenen Predigten, zuerst nur das erste Band, dann später alle Bänder und wie soll ich es erklären, nach jedem Kapitel brauchte ich Wochen, um deren Inhalt zu verdauen. Dunkles, dichtes Brot, so was habe ich noch nie gegessen. Ich begann zu schreiben, tiefer, grundlegender als je zuvor, es schien, als ob seine Worte, seine Auslegung der Bibel etwas enorm tiefes in mir freigelegte. Ich erinnere mich gut, Anfang Oktober 2023 in den Ferien in Bordighera packte es mich total, ich konnte nicht mehr schlafen, ich stand auf, setzte mich auf den Balkon der Ferienwohnung, schaute auf die Palmen, das rauschende Meer. Ich habe an diesem Tag Gott gebeten, er solle mir aufzeigen, weshalb ich in gewissen Lebenspunkten immer noch falle und nicht über gewisse Punkte hinweg komme, dann las ich das Kapitel Freiheit. Es nahm mir den Atem, es schien, als ob sich das ganze Universum um mich drehte und Gott zu mir sprechen würde, jetzt macht alles Sinn, jetzt schliesst sich der Kreis. Ich habe geweint, ich sass einfach da und sprach nicht mehr. Dann wurde es mir bewusst, dass all das was ich seit Kleinkind in meinem Herzen hatte und im Lied „Gott ist die Liebe“ zusammenfasst war, plötzlich Sinn machte, in diesem Augenblick trat ich bewusst in die Weite Gottes hinaus, die Tür, welche mir C.S. Lewis geöffnet hatte, führte mich auf dem Weg zu unserem geliebten Gott in die Weite und ich erinnere mich an das Bild, was ich vor Jahren hatte: ich stehe mit dem Rücken zum Berg und Gott kommt von hinten auf mich zu es ist Nacht und er sagt, ich mache alles neu, ich spüre tiefste Verbundenheit mit ihm. Ich fühlte mich mit diesem alten Mann so verbunden. Er fasste meine tiefsten Gedanken, meine Sehnsüchte nach dem Reich in klare, fassbare Worte. Ich hoffe, dass ich die Geschichte ins gelobte Land aufgrund dieser vertieften Erkenntnis weiterschreiben, sogar vollenden kann. Jetzt weiss ich wohin der Pilger gehen muss, jetzt weiss ich was das gelobte Land meint (Sohnschaft) und zurück nach Ägypten (Sklavenschaft). Folgendes Zitat aus nicht gehaltene Predigten Teil drei aus dem Kapitel Wahrheit fasst den Aspekt zusammen:

    „The only free man, then, is he who is a child of the Father. He is a servant of all, but can be made the slave of none: he is a son of the lord of the universe. He is in himself, in virtue of his truth, free. He is in himself a king. For the Son rests his claim to royalty on this, that he was born and came into the world to bear witness to the truth.“

    George MacDonald on Truth – Unspoken Sermons Part III, edited in Bordighera

    Quelle Wkipedia
  • Clive Staples Lewis

    Anfang der 1990er Jahre erzählte mir der Sohn unseres Pfarrers über die guten Nachtgeschichten in seiner Kindheit. Sein Vater habe ihnen jeweils vor dem zu Bett gehen Narnia vorgelesen. Eine Art christliches Märchen. Jahre später begann ich selbst meinen Kindern die Narnia-Geschichten vorzulesen. Die Geschichten haben in mir und meinen Kindern wie auch meiner Frau eine tiefe Sehnsucht nach dem Göttlichen hervorgerufen. Nachdem ich seine Biographie Ende der 2009-Jahre und sein Buch über das Christentum (Pardon, ich bin Christ resp. mere christianity) gelesen habe, packte mich eine grosser Enthusiasmus über die Art und Weise wie C.S. Lewis Bücher schrieb. So begann ich anfangs der 2010-Jahre mit dem Lesen aller seiner Werke zuerst in deutscher und später in der englischen Version. Desto mehr ich las, desto mehr zog es mich hinein, nicht wie eine Droge, sondern nach dem Bibelwort, du stellst meinen Fuss auf weiten Grund. Zum ersten Mal in meinem Leben war da ein Mensch, welcher meine tiefsten Überlegungen, meine Sehnsüchte nach dem Göttlichen in klar verständliche Worte fasste. Desto mehr ich las, desto mehr fühlte ich mich nicht nur zu seinem Büchern, sondern zu ihm hingezogen, er war für mich ein Mentor, ein grosser Bruder, ein geistlicher Vater. Ich habe nie danach gesucht, es wäre als Gott in mein Leben getreten war und mir sagen sollte, das habe ich mit all dem was ich dir zeigen wollte gedacht. Seine Bücher haben in mir geistlichen Hunger geschürt. Ich kam ab und an vom Buchlesen nach hause und verspürte diesen Hunger physisch. Die Sehnsucht mit Gott eins zu sein, einen Teil von ihm zu sein, für immer mit ihm zu verschmelzen, das Bibelwort, dass Gott zunehmen und ich abnehmen soll machte plötzlich Sinn, das Bibelwort, dass ich nicht vergleichen sollte, sondern Gott nachfolgen sollte wurde in mir zur Gewissheit. Vielleicht war es so, dass C.S. Lewis als Kind seine Mutter und ich als Teenager meinen Vater verloren hatte, vielleicht dass er sich von keinem Gruppendruck unterdrücken liess, wie ich es auch nie getan habe. Vielleicht weil er der Zweitgeborene war, so wie ich und schlussendlich seine Liebe zum Kindlichen (Lamm) und trotzdem zum Königlichen (Löwen). Überrascht es schlussendlich, wenn er sich immer Jack nannte, und dies der Vorname meines leiblichen Vaters war. 

    Jack Lewis hat mir die Fenster zu Gottes Weite eröffnet, einer unbekannten Weite, würde es sich lohnen, dieses grosse Gebiet zu betreten, doch was würde mir begegnen, Enge?

    Quelle Wkipedia

    “We all want progress. But progress means getting nearer to the place where you want to be. And if you have taken a wrong turning then to go forward does not get you any nearer. If you are on the wrong road progress means doing an about-turn and walking back to the right road and in that case the man who turns back soonest is the most progressive man. There is nothing progressive about being pig-headed and refusing to admit a mistake. And I think if you look at the present state of the world it’s pretty plain that humanity has been making some big mistake. We’re on the wrong road. And if that is so we must go back. Going back is the quickest way on.”

    ― C.S. Lewis, The Case for Christianity

  • Oswald Chambers

    In meinen Ende zwanziger Jahren musste ich mich mit mir und meiner Geschichte befassen. Ein Burnout hatte mich zum Stillstand gebracht. Gelaubtes schien dem Leben nicht mehr Stand zu halten – Jeden Mittag flüchtete ich in Räumlichkeiten der Dreifaltigkeitskirche in Bern. Kniete, lass die Bibel, betete und begann die täglichen Betrachtungen von Oswald Chambers (my utmost for his highest) zu lesen. Es ging dabei nicht darum, einen Dienst für Gott zu etablieren, sondern ausschliesslich aus der Beziehung zu Gott zu leben und alles andere würde sich logisch ergeben. Starre Bilder von Dienst, Engagement, Berufung musste aus schlichtweg grundlegenden Aspekten der Beziehung zu Gott Platz schaffen. Es ging nicht um gerecht und ungerecht, um gesegnet und verdammt, sondern um die Beziehung, welche nur aus Vertrauen gedeihen kann. War ich fähig, diesem Gott mein Vertrauen zu schenken, ihm zu vertrauen, ihm nicht aus Angst, sondern aus Sehnsucht zu begegnen?

    “The most important aspect of Christianity is not the work we do, but the relationship we maintain and the surrounding influence and qualities produced by that relationship. That is all God asks us to give our attention to, and it is the one thing that is continually under attack.”

    Oswald Chambers, My Utmost for His Highest, Updated Edition

    Quelle Wikipedia

  • Alles neu – der erste Eindruck

    Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er gegen mich sündigt? Bis zu siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Ich sage dir nicht: Bis zu siebenmal, sondern bis zu siebenundsiebzigmal.“ (Mt 18,21–22)

    ich begegne dir, du begegnest mir

    der erste Eindruck zählt

    doch von wem

    ist es mein Eindruck, welcher ich bei dir hinterlasse

    ist es dein Eindruck, welcher du bei mir hinterlässt

    welcher Eindruck soll hinterlassen werden

    den ehrlichen, den gespielten, den erwünschten

    doch was ist erwünscht?

    Verspiele ich meine guten Eindruck mit dem schlechten 

    Verspiele ich meinen schlechten Eindruck mit meinem guten

    Wie kann ich dich beeindrucken, wenn ich selbst von mir nicht beeindruckt bin

    Wie kannst du mich beeindrucken, wenn du dich selbst nicht beeindrucken kannst

    Wer von uns wünscht sich nur eine Chance, nur eine Möglichkeit zu überzeugen

    Wenn zu überzeugen, mich, dich, doch ich weiss, was im Menschen ist

    weil ich mich selbst kenne oder glaube zu kennen

    ich kann nett und geduldig sein, doch nur ein Hauch, dann kehrt sich der Wind und meine Gesinnung

    Wie soll ich dich beeindrucken, wenn ich selbst nicht göttlich, sondern menschlich bin

    Ich werde dich enttäuschen, dich verletzen

    Wie sollst du mich beeindrucken, wenn du selbst nicht göttlich, sondern menschlich bist

    Du wirst mich enttäuschen, mich verletzen

    wie kann dann der erste Eindruck zählen, wenn das schöne ein schatten des unschönen trägt und wenn das unschöne den Schatten des schönen trägt

    Wie viele Male muss ich mir und dir vergeben, umkehren von meinen und deinen Ansichten und dich lieben, bis ich verstehe, was es bedeutet hat, dass mein Jesus, dafür sein Leben gelassen und am Kreuz geschrien hat: vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.

    Herr, hilf uns, dass wir an andere nicht höhere Erwartungen haben als an uns, lass uns unsere schweren Herzen der Unvergebung zu dir bringen, wir bitten dich um Vergebung, weil wir wieder einmal nicht bei uns angefangen haben, sondern den Finger auf den Nächsten gezeigt haben. Schenk uns deine Liebe, deine Grosszügigkeit, deine Vorschusslorbeeren, deinen Goodwill, dein Vertrauen, deinen Mut zu vergeben und mit neuer Kraft voranzugehen. Ohne dich können wir es nicht, ohne dich verzweifeln wir an uns selbst und an unseren Nächsten. Amen

    In den nächsten drei Wochen lasse ich drei Schriftsteller zu Worte kommen, welche mich und mein Glaubensleben erheblich beeinflusst haben.

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  • Alles Neu – Resignation

    Der Mensch scheint einfach so in die Welt geworfen worden zu sein, ohne sein zutun. Er wird konfrontiert mit dem Leben, welches ihn prägt und in welchem er andere prägt. Er ist ein Meister der Interpretation, sei es zu seinen Gunsten (Recht) oder zu seinen Ungunsten (Opfer). Er verwickelt sich in Widersprüche, welche er zu seinen Gunsten oder aufgrund äusserer Einwirkungen wohl auch zu seinen Ungunsten wählen muss. Er ist hin und her gerissen um anderen doch speziell sich selbst zu genügen und davon kriegt er nie genug, auch wenn sich mehr und mehr Resignation breit macht.

    Ich glaube, dass ich nicht in diese Welt hineingeworfen, sondern in Begeisterung von meinem Schöpfer erschaffen wurde, mich mit ihm zu verbinden und von ihm immer wieder an der Hand geführt zu werden, fest zu stellen, dass es nicht um mich, rund um mich geht, sondern, dass ich mich und andere nur entsprechend begegnen kann, wenn er der Anfang und das Ende und alles für mich ist, weil er alles von sich für mich gegeben hat. So kann ich lernen mit meinen Kämpfen fertig zu werden, weil ich ihm Rechenschaft schuldig bin, besser, weil, dass was er über mich und meine Nächsten denkt und sagt alles ist, was sich für ein Leben lohnt. Begeistere mich für dich, meinen Nächsten und mich. Denn das bleibt in Ewigkeit, Amen.

    blackboard with title from social justice warriors fighting for justice
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  • Alles Neu – Leid

    Ich möchte, dass es mir gut geht, ich mit mir und allen im Einklang bin, das Leben geniessen, es mir gut gehen lassen.

    Doch dann scheint sich der Wind zu ändern, Disharmonie, Diskrepanz zwischen dem, was ich glaubte zu glauben, Zweifel, wegfallen von schönen Gefühlen. Und dann, wo stehe ich dann? Das tiefe Wasser, war schlussendlich nur eine oberflächliche in sich selbst spiegelnde Pfütze? Ich verfalle dem Frust, falle ins Leid, welche ich durch wahren Glauben, wegdrängen sollte und jetzt ohne Filter auf mich eindringt. Was ist meine Reaktion darauf, Panik, Selbstmitleid, Rachegelüste, Rechthaberei und die altbekannte beleidigte Leberwurst. Gott führt mich weiter, ich muss eingestehen, wie unreif ich auf seine Führung reagiere. Ja, ich kann nicht mehr bluffen, nein, es soll und er soll weitergehen, mich konfrontieren, mich aus der Ecke der Selbstgefälligkeit herausholen, um mich zu verändern, wie ein Töpfer sein Werk, es tut weh, es braucht alles und ich weiss ich werde resignieren, damit kapituliere ich. Der innere Schweinehund kann nur durch brutale Ehrlichkeit und schonungslos herausgearbeitet werden.

    close up photo of a man having a neck pain
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  • Alle Neu – ein Brief an A.

    Liebe A.

    Schon lange kennen wir uns. Als Baby habe ich dich bereits gekannt, mir dir älter geworden. Heute bist du erwachsen. Ich ein paar Jahrzehnte älter. Du blühst auf und ich ergraue. Uns verbindet die Liebe zum Humor, zu unseren Familien und zu Gott. Es ist nicht leicht, das Leben. Es gilt sich darin zu finden und manchmal neu zu erfinden. Das Leben kann manchmal mit Wehen verglichen werden. Wenn eine Phase des Lebens durchlebt ist, werden Lebensdurchbrüche, Neuanfänge, Platz für neue Bilder, Gottesbilder geschaffen. Das Leben zieht bei dir nicht immer mit wehenden Fahnen, mit Fanfaren ein. Ich weiss nicht was dich beglückt oder bedrückt. Ich weiss, dass ich als Mitmensch mich sehne, dass es dir gut geht, nein, mehr, dass du deinen Weg findest, in den Frieden, in die Ruhe. Bis zum heutigen Tag kenne ich selbst, dass mich Traurigkeit und Trostlosigkeit überfallen können, aus dem heiteren Himmel. Ich klage mich selbst an und dann falle ich in die Sümpfe der Minderwertigkeit.

    Ich klage dich nicht an, ich rede deine Situation nicht schön und überdünche sie nicht mit religiösem Geschwaffel. Ich bete für dich und uns alle. Ich bin ehrlich, ich weiss nicht was und wie ich beten soll. 

    So lege ich deine Situation mit Seufzen und Tränen vor unserem Jesus nieder. 

    Gott mit uns

    smö

    religious sculpture of jesus falls for last time
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  • Alles Neu – Hypothek 

    Jeden Fehler, jedes Überreagieren, jedes Emotionale, jedes Vergreifen der Worte, jedes Enttäuschen, jedes Übergehen wird zur Hypothek, zu mehreren Hypotheken und einerseits spannend wie ich auf die Reaktion auf mein Fehlverhalten reagiere (dann merke ich plötzlich wie schnell ich beleidigt und gar narzistisch reagieren kann) und anderseits schaut mich Gott an und er bittet mich zu vergeben (der beste Ausweg gegen Narzissmus) und es für mich ebenso zu tun und dann erinnert Er mich, dass er für meine Hypothek gestorben ist, er sie vollumfänglich bezahlt sind. Ja, was wenn mir andere diese Hypothek nicht vergeben, dann orientiere ich mich an Ihm und lasse los, ohne Angst, andere zu verletzen oder zu enttäuschen. Nur wenn ich frei bin, dann kann ich mit Mut und Freude weitergehen. So wie jeder Morgen neu anfängt, so kann ich neu beginnen, mir, dem Nächsten und mit Gott und ihm neubegegnen. Ich schliesse die Türe des Selbstmitleids und Rache und trete in die Weite Gottes. Amen

    green fields under blue cloudy sky
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  • Alles neu – doch wohin?

    welchen Weg soll ich gehen

    wohin soll ich gehen

    vorwärts, stehen bleiben oder zurück

    geht der Weg links oder rechts

    wenn mich meine Seele bedrückt

    mich anklagt und niederdrückt

    wenn ich falsch lag oder der andere

    und mich mein Gewissen plagt

    renne ich dann weg und flüchte

    nicht ich, sondern du

    nicht ich beurteile, sondern du

    weder mich noch andere

    du zeigst mir den Weg

    ich glaube an dich

    ich bleibe stehen und schaue zu dir

    ich lasse alles los

    du kennst mein Herz

    du kennst mich

    ich diene dir

    nicht den Menschen

    nicht mir selbst

    ich diene dir

    …danke Vé…

    cluster of small white flowers between pages of an open book
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